Die Kadetten stehen im Halbfinale

kadetten1. Mannschaft, Quickline Handball League

Auch Spiel 4 war kein Zuckerschlecken. Doch die Kadetten behielten in der Mobiliar Arena dank einer bärenstarken Abwehrleistung am Ende die Oberhand und entschieden ihre Playoff-Viertelfinalserie dank dem 26:17-Sieg gegen den BSV Bern mit 3:1 für sich.

Da hatte wohl jemand keine Lust auf eine „Belle“, also auf ein alles entscheidendes fünftes Spiel. Die Kadetten zeigten gestern Abend in Gümliger ein gänzlich anderes Gesicht, als noch beim kleinen Rückschlag vom vergangenen Wochenende, als sie dem BSV Bern mit 24:27 in der heimischen BBC Arena unterlagen. Die Schaffhauser stellten während beinahe dem kompletten Spiel ein wahres Abwehrbollwerk. So etwa hatten die Berner Gastgeber nach 17 Spielminuten erst zwei Tore zu Buche stehen! Nach den vollen 60 Minuten waren es immerhin 17 Treffer. Doch das reicht natürlich kaum gegen den amtierenden Schweizer Meister Kadetten, der seinem Ziel der Titelverteidigung einen Schritt näher gerückt ist: „Wir konnten auf eine super Abwehr und zwei hervorragende Torhüter zählen. So gewinnt man Playoff-Spiele“, resümierte Interimscaptain Nik Tominec nach Spielschluss in Gümligen.

Dank der starken Abwehr war es den Orangen entbehrlich, dass sie in ihrem Angriffsspiel selbst auch ihre liebe Mühe hatten. Trainer Adalsteinn Eyjolfsson durfte zwar wieder auf die Dienste von Donát Bartók zählen. Doch diesen versetzte er zu Beginn auf den Flügel und liess stattdessen mit einem reinen Schweizer Rückraum spielen: Jonas Schelker, Nik Tominec und Luka Maros. Doch so richtig ins Rollen kam der Angriff erst, als Eyjolfsson nach 20 Minuten Gabor Csaszar als Spielmacher brachte und Bartok auf die angestammte Rückraumposition verschob. So machten die Gäste noch fünf Tore bis zur Pause.

Die kurioseste Szene des Spiels ereignete sich schliesslich in der 23. Spielminute: Sebastian Frimmel geriet mit dem jungen Berner Matthias Widmer aneinander, daraus entwickelte sich eine Rangelei sondergleichen mit enorm vielen Involvierten. Dass die eigentlich unscheinbare Aktion zu solch einem Tohuwabohu führen konnte, war sinnbildlich für diese Viertelfinal-Serie, welche von den beiden Teams stets sehr leidenschaftlich geführt wurde. In dieser Szene war es etwas zu viel. Wobei das Schiri-Duo Capoccia/Jucker Gnade vor Recht verwalten liess und den beiden Streithähnen nur je eine Zeitstrafe aufbrummte.

In den zweiten Durchgang ging es beim Stande von 11:9 zu Gunsten der Schaffhauser Gäste. Und sogleich rührten diese wieder Zement an in der Abwehr, welche kurz vor der Pause etwas zu zerbröckeln schien. Erneut kam der BSV nur zu gerade zwei Toren in zwölf Minuten. Und nun schlugen die Schaffhauser daraus Kapital: Sie zogen auf 17:11 davon. Dieses Defizit war selbst für die nie aufsteckenden Berner zu gross. Auch deshalb, weil sie zu wenig aus ihren Möglichkeiten machten: Etwa konnten sie es nicht ausnutzen, dass die Munotstädter nach bereits 40 Spielminuten ihren Abwehrchef Erik Schmidt verloren: der Deutsche holte sich seine dritte Zeitstrafe ab. Zudem versemmelte Matthias Gerlich – in Spiel drei noch Mister Zuverlässig vom Siebenmeterstrich – ganze drei Penaltys. Aber auch vom Rest der Mannschaft war dies offensiv zu wenig gegen eine konzentrierte Schaffhauser Mannschaft, welche verdientermassen Partie und Serie für sich entschied.

Der Halbfinal-Gegner der Kadetten steht derweil noch nicht fest. Das favorisierte Kriens-Luzern unterlag Wacker Thun gestern Abend ein zweites Mal in Folge und muss so am Samstag in Sursee dies tun, was die Kadetten nicht wollten: zu einer Belle antreten.

Telegramm:
NLA Playoff-Viertelfinal, Spiel 4. – BSV Bern – Kadetten Schaffhausen 17:26 (9:11). – Mobiliar Arena Gümligen, 50 Zuschauer. – SR: Capoccia/Jucker. – Kadetten: Pilipovic (9 Paraden), Biosca (1P); Zehnder, Csaszar (4), Schmidt (1), Schopper, Bartok (2), Novak, Teubert (1/1), Gerbl, Schelker (3), Maros (6), Frimmel (8/4), Tominec (1), Herburger. – Bemerkungen: Kadetten ohne Sesum, Markovic (beide verletzt) und Küttel (krank). Je sechs Zweiminutenstrafen gegen Bern und Kadetten und Spielausschluss gegen Schmidt (50.). – Kadetten gewinnen Serie 3:1.

Quelle: Kadetten Medienstelle

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